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Idee

Der Weinbau in Kaltern steht für Tradition und Stolz. Dieses Wertgefühl treibt uns an, Weine höchster Qualität herzustellen.

Viele Weinberge gehören seit Jahrhunderten den Familien, die sie pflegen. Die früher übliche Fragmentierung des Bodens hat dazu beigetragen, dass einige Grundstücke mittlerweile nur mehr kleinste Flächen umfassen. Allerdings hat dies die Besitzer in keinster Weise davon abgehalten, die Weingüter nach wie vor zu bewirtschaften. Genau hier spielt die Genossenschaft eine bedeutende Rolle: Durch die aktive Beteiligung sind die Mitglieder nicht nur reine Zulieferer, sondern Miteigentümer. „Wie in einer Familie, in der alle Mitglieder für das gemeinsame Wohl zusammenarbeiten”, meint Thea, Mitglied und Mitarbeiterin der Kellerei Kaltern.

Die Genossenschaftsmitglieder sind meist im Hauptberuf keine Bauern, sondern üben eine andere berufliche Tätigkeit aus. Ihre Freizeit widmen sie den Weinbergen. So wird den Reben ein hohes Maß an Wissen, Zeit und Zuneigung zuteil. Tatsächlich ähneln die Weinberge im Sommer einem Garten Eden aus Licht und Schatten, einem schützenden und idyllischen Ort, an dem die Weintrauben langsam reifen und ihre Aromen sich immer stärker entfalten können. Im Herbst versammeln sich die Familien zur Weinlese, einem Ritual, in das alle miteinbezogen werden und das für Erwachsene wie Kinder gleichsam unverzichtbar ist. Der Abschluss eines Zyklus, der Wechsel der Jahreszeiten und das intensive Erlebnis ist der Lohn für die Beharrlichkeit und den Fleiß der Winzer. Die Arbeit erfolgt ausschließlich von Hand und wird aufmerksam von Agronomen und Önologen begleitet, die den Winzern mit technischem Rat und Unterstützung zur Seite stehen.

Das ganze Jahr über werden Fortbildungskurse, Treffen und Besichtigungen in den Weinbergen organisiert. Die Traubenqualität ist ein unentbehrlicher Grundwert, und so müssen alle Mitglieder die gemeinsam definierten Regeln einhalten und respektieren.

Einige Winzer bewirtschaften ihre Weinberge gemäß den Prinzipien der biodynamischen Landwirtschaft. Auch in der Kellerei werden die Trauben dieser Reben nach der Lehre von Steiner verarbeitet. Im Allgemeinen vermeiden die Weinbauern die Verwendung von Herbiziden. Pflanzenschutzmittel werden nur sehr sparsam eingesetzt. Die Reben werden ausschließlich in Notsituationen bewässert, sodass die Pflanzen tiefe Wurzeln entwickeln können, die ein harmonisches Wachstum und eine gute Versorgung mit Nährstoffen gewährleisten.

Geist der Gemeinschaft . Genossenschaftswesen

Das Genossenschaftswesen ist in Südtirol nicht nur ein wirtschaftliches System oder eine Organisationsform für Unternehmen. Es ist ein wichtiger Knotenpunkt im gemeinsamen Netzwerk des täglichen Lebens. Die Vereine sind ein feinmaschiges Gewebe in der zivilen Gesellschaft. Sie bauen auf die Ehrenamtlichkeit und das Volontariat.

Es gibt sie in allen Arten: von Musik– und Kulturvereinen über Feuerwehren (jedes Dorf hat seine eigene Feuerwehrwache), Vereine zur Förderung der Familie bis hin zu jenen, die sich um Feste, Sport und Spiele kümmern.

Es herrscht ein gemeinschaftliches Verständnis von Solidarität und von sozialem Zusammenhalt vor. Insofern war es eine natürliche Entscheidung der Kellereien, sich als Genossenschaften zu organisieren. Für einen kleinen Weinbauer wäre es ökonomisch nicht sinnvoll oder gar unmöglich, selbst Wein herzustellen und in Eigenregie zu vermarkten. Dies hätte die Aufgabe vieler Weingüter bedeutet und in Folge die Vernachlässigung wertvoller Kulturgründe. Ein unvorstellbares Szenario für die Südtiroler Bevölkerung, die mit großer Verbundenheit auf ihre gepflegte Kulturlandschaft blickt. Die 400 Eigentümer der Kellerei Kaltern bewegen sich gemeinsam wie ein einziger Organismus. Und bieten uns wunderbare Weine, die uns eine Welt der Tradition, der Handarbeit und der ehrlichen Leidenschaft offenbaren.