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Architektur . Kunst

Kunst liegt uns am Herzen

Die Kellerei Kaltern nimmt auch die soziale Verantwortung als einer der größten Betriebe im Weindorf Kaltern wahr und bietet sich im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten und im Rahmen von immer wiederkehrenden Baumaßnahmen als Plattform für künstlerische Interpretationen an.

Architektur . winecenter

Das herausfordernde Projekt der Architektengruppe feld72 aus Wien ist geprägt vom Dialog mit dem alten Baubestand aus dem Jahre 1911, dem Hauptgebäude der Kellerei. Der L-förmige Neubau öffnet zwischen dem alten Gebäude und der neuen Verkaufsstelle einen intimen Innenhof. Durch die ansteigende Höhenentwicklung bleibt der Blick zum Altbestand gewährt. Der Innenraum selbst wird vom Spannungsfeld der Innenseiten des Gebäudekörpers mit der im Raum stehenden skulpturalen Terrassenlandschaft definiert.
www.winecenter.it 

Joseph Zoderer . Südtirol: Glück gehabt!

Südtirol: Glück gehabt! Zum 100-jährigen Jubiläum der Kellerei Kaltern schenkte uns der Südtiroler Schriftsteller Joseph Zoderer das folgende Gedicht:
»Jede Heimat ist die schönste, so wie jede Mutter die liebste ist. Aber es gibt auch Ausnahmen, zum Beispiel eine wirklich schöne Heimat, eine wirklich liebe Mutter. Und so denke ich auch von diesem Land. Schlittschuhfahren statt Weintrinken - diese Ausnahme gibt es hier, freilich höchstens die eine oder andere Winterwoche, doch auch da sind die Rebhügel unübersehbar weiblich, und es gibt die Unverbesserlichen, die behaupten, hier sei Gottes Garten von jeher angelegt gewesen - mit dieser milden mediterranen Luft unter den Schneehäuptern der Tiroler Berge. Und den prall wachsenden Trauben. Außerdem laufen noch immer Männer mit (blauem) Lendenschurz herum und erwarten es nicht, dass man ihnen die Speckplatte und die Flasche mit dem göttlichen Tropfen aus den Händen nimmt - Für mich eine Ausnahme, für andere normal.«
Joseph Zoderer, Schriftsteller, Walther von der Vogelweide-Preisträger 2005

Andrea Varesco . Künstlerische Interventionen

In Absprache mit der Architektengruppe feld72 aus Wien wurde ein Konzept künstlerischer Gestaltung für die Innenräume der Wein-Verkaufsstelle im 2006 neu erbauten winecenter in Kaltern erarbeitet: An drei markanten und gut einsehbaren Stellen im Inneren der sehr offen gehaltenen Architektur, die im Spannungsfeld mit im Innenraum sich befindlichen Gebäudekörpern dialogisiert, wollte diesem Zusammenspiel auch gestalterisch Rechnung getragen werden.
Das Konzept sieht Arbeiten vor, die sich in reduzierter Formsprache bewegen und in Verbindung mit der geschaffenen Architektur stehen, sowie Bezugspunkte schaffen. Dafür wurde für die Ostwand im Verkaufsbereich eine grafische Umsetzung in Form einer 13-teiligen Objektreihe geschaffen. Darin wächst das grafische Zeichen gleich einem periodisch ablaufendem Geschehen, vergleichbar einem Zyklus, der den Kreislauf regelmäßig wiederkehrender Ereignisse aus Natur und menschlichem Dasein wie Wachsen und Vergehen thematisiert.
Als work in progress versteht sich die serielle Abfolge von Farbtafeln, die eine 28-teilige Installation bilden und die in einer schmalen Sequenz die Nordwand im Degustationsraum bespielen. Jedoch auch hier eine keineswegs nur als Verschönerung verstandene Optik, sondern eine auf Wahrnehmung hinzielende Absicht. Ein Wahrnehmen von Farbe. Einer aus der Farbe heraus entwickelten Malerei ohne Verweis auf außerbildliche Kontexte, wird hier sichtbar Form und Gestalt gegeben, wobei die Figuration durch Wechselwirkungen von Auftrag und Farbmaterie von selbst entsteht. Ein Ergebnis, das schließlich in monumentaler Umsetzung auf der großen Wandfläche über dem Eingangsbereich einen erweiterten Ausdruck findet.
Es ging hier vor allem um die Findung einer kraftvollen, künstlerisch visuell adäquaten Form, die sowohl dem herausfordernden Projekt der Architektengruppe feld72 gerecht werden wollte, als auch unter Berücksichtigung der Bestimmung, den Blickwinkel auf die neue und attraktive Wein-Verkaufsstelle, dem winecenter, gerichtet hält.

Josef Rainer & feld72 . Mens in Mensa

Gemeinsam mit der Architektengruppe feld72 aus Wien wurde das Konzept eines Präsentationsmöbels erarbeitet. Die Herausforderung war es, ein sowohl kreatives und didaktisches, als auch ästhetisch in den Verkaufsraum des winecenter passendes Kunstwerk zu schaffen.
Geschichten, Farben und Formen. Das Möbel greift in der formalen Strenge die Architektur des Hauses auf und ist im Inhalt abwechslungsreich und konträr so wie die Kalterer Landschaft, der Wein und die Menschen, die ihn anbauen. Der Tisch wird von einer Metallstruktur getragen, die mit Schwarzblech verkleidet ist. Diese strenge und exakte Struktur wird durch unterschiedliche, verglaste Durchbrüche unterbrochen, welche mit verschiedenen Szenen und Gegenständen gefüllt wurden. Er lädt zu einem Rundgang durch die Geschichte und die Entstehung des Weines ein. beinahe abstrakt und meditativ wirken unterschiedliche Weinfarben und Sorten, diverse Bodenarten, und visualisieren die sinnliche Komponente des Weines. Als Kontrapunkt dazu steht die Kombination von realen Gegenständen und verkleinerten Abbildern von Menschen. Der Schriftsteller Joseph Zoderer schreibt mit einer übergroßen Feder den Weintext, neben sich ein überdimensionales Tintenfass. Die Kopie des Originaltextes wirkt wie ein beschriebenes Feld. Das aufgeschnittene Fass erhält durch die verkleinerte Skulptur, welche die Außenwand bemalt, architektonische Größe. Die durch den Tisch gleich Strängen oder Nerven führenden, von Kupfersulfat gebläuten Säulen, stehen für die tragende Struktur des Weinanbaus. Gleich einem Puzzle besteht die Kalterer Weinlandschaft aus vielen unterschiedlichen Einzelteilen, die ineinander gefügt ein vollkommenes Ganzes bilden. Symbolisch für die Einheit aus der Vielfalt setzen drei spielende Kinder diese dreidimensionale Riegellandschaft zusammen. Die rot leuchtende und blubbernde Gärungssäule gibt dem Tisch Dynamik und Schwung. Der Betrachter beobachtet durch ein Guckloch eine Versammlung der Genossenschaftsmitglieder, die sich in einem luftleeren und unendlichen Raum eines Spiegelkabinetts befinden: ein Kaleidoskop des Weinbaus.
Idee und Konzept: Josef Rainer & feld72
Ausführung des Tisches: Kunstschlosserei Christian Greif
Dimensionen: 36 x 80 x 11 cm
Verwendete Materialien: Metall, Glas, Licht, bemalte Gipsskulpturen, gefärbte Flüssigkeiten, Erde, Wachs, Plastilin, Holzsäulen, Holzfass, diverse Gegenstände