Wussten Sie schon? Sieben Einblicke in unsere Weinlese

Gepostet am 24.09.2026

Mehr als 2.000 Traubenlieferungen, 1.062 einzelne Weinbergparzellen und jede Menge Handarbeit: Hinter der Weinlese bei der Kellerei Kaltern stecken viele Geschichten, Zahlen und Traditionen. Wir haben sieben interessante Einblicke rund um das Wimmen in Kaltern gesammelt.

fb_2026_lay13_wusstest_du_1354x1354px

Die Weinlese ist für eine Kellerei der intensivste Abschnitt des Jahres. Innerhalb weniger Wochen kommt das zusammen, worauf unsere Mitgliedswinzer das gesamte Jahr über hingearbeitet haben. Vieles hat sich dabei im Laufe der Zeit verändert – anderes gehört seit Generationen zum Wimmen in Kaltern dazu.

Doch warum heißt die Weinlese bei uns eigentlich Wimmen? Was kommt bei vielen Winzerfamilien während der Lese auf den Tisch? Und wie viele einzelne Weinberge muss unser Team eigentlich im Blick behalten? Sieben Einblicke in unsere Weinlese.

1. Wussten Sie, warum wir „Wimmen“ sagen?

Wer in Südtirol von der Weinlese spricht, verwendet häufig einen ganz eigenen Begriff: Wimmen. Das Wort hat eine lange Geschichte. Es geht über ältere deutsche Sprachformen letztlich auf das lateinische vindemiare zurück – Trauben bzw. Wein ernten. Und so heißt es bei unseren Mitgliedswinzern auch heute noch nicht unbedingt „Wir gehen zur Weinlese“, sondern ganz selbstverständlich: „Mir gian wimmen.“

2. Wussten Sie, dass jede Traube von Hand gelesen wird?

Bei der Kellerei Kaltern werden die Trauben ausnahmslos von Hand gelesen. Rebschere für Rebschere und Stock für Stock werden die reifen Trauben geerntet und heute fast ausschließlich in Großkisten zur Kellerei gebracht. Gerade bei der Lese zeigt sich, wie viel Handarbeit hinter einer Flasche Wein steckt. Denn bevor die Trauben bei uns im Keller ankommen, wurden sie bereits von vielen Händen sorgfältig gepflegt, gelesen und transportiert.

3. Wussten Sie, dass wir 1.062 einzelne Weinbergparzellen im Blick behalten?

Die Weinberge unserer Mitgliedswinzer verteilen sich auf insgesamt 1.062 einzelne Parzellen. Jede davon bringt ihre eigenen Voraussetzungen mit: von Lage und Ausrichtung über Boden und Mikroklima bis hin zur jeweiligen Rebsorte. Unser Weinbauverantwortlicher Simon Ebner und unser Kellermeister Thomas Scarizuola kennen diese Weinberge und beobachten die Entwicklung der Trauben bereits während des gesamten Weinbaujahres. So entsteht lange vor der eigentlichen Lese ein genaues Bild davon, welche Qualitäten in den einzelnen Lagen heranreifen. Diese Kenntnis ist später entscheidend dafür, wann welche Parzelle gelesen wird und welchen Weg die Trauben im Keller nehmen.

4. Wussten Sie, dass unser Kellermeister mehr als 2.000 Traubenlieferungen kontrolliert?

Während einer Weinlese erreichen uns mehr als 2.000 einzelne Traubenlieferungen. Und jede einzelne davon wird von unserem Kellermeister Thomas Scarizuola verkostet. Dabei zählen nicht nur analytische Werte wie Zuckergehalt und Säure. Die Trauben werden angesehen und verkostet, um Reife, Geschmack und Qualität einzuschätzen. Zusammen mit dem Wissen über die Herkunft der jeweiligen Trauben ergibt sich so ein umfassendes Bild jeder einzelnen Lieferung.

5. Wussten Sie, was beim Wimmen auf den Tisch kommt?

Zur Weinlese gehört in vielen Kalterer Winzerfamilien auch eine ganz besondere Mittagspause. Traditionell wird direkt im Weinberg über offenem Feuer Polenta in einem Kupferkessel gekocht. Dazu gibt es Hauswurst und Gorgonzola. Wenn mehrere Generationen gemeinsam im Weinberg arbeiten, wird die Mittagspause so schnell zu einem geselligen Moment mitten in einem langen Arbeitstag. Und auch wenn heute nicht mehr jede Familie den Kupferkessel mit in den Weinberg nimmt, gehört diese Tradition in Kaltern nach wie vor zum Wimmen.

6. Wussten Sie, dass die Weinlese bei vielen Familien echte Teamarbeit ist?

Wenn es Zeit zum Wimmen ist, packt bei vielen unserer Winzer die ganze Familie mit an. Eltern, Großeltern, Geschwister und oft sind auch die Kinder schon dabei. Für viele Familien ist die Lese deshalb weit mehr als nur Arbeit: Sie ist der Höhepunkt des Weinjahres, bei dem mehrere Generationen zusammenkommen. Gerade darin zeigt sich auch ein wesentlicher Teil unserer Genossenschaft.

7. Wussten Sie, dass die letzte Fuhre besonders geschmückt wird?

Wenn nach intensiven Wochen die letzten Trauben ihren Weg in die Kellerei antreten, darf eine alte Tradition nicht fehlen: die letzte Fuhre. Sie wird mit einem selbst gebundenen Kranz geschmückt und markiert damit sichtbar das Ende der Weinlese.
Und während früher die Lese meist im September begann und bis in den Oktober hinein dauerte, verschiebt sich dieser Rhythmus zunehmend. Durch die steigenden Temperaturen beginnt die Ernte immer früher. 2026 starteten wir bereits Mitte August mit Chardonnay für unseren Sektgrundwein. Den Abschluss macht bei uns in der Regel der Cabernet Sauvignon.