Der Kalterer Schurz

Tradition, Stolz und Selbstverständnis

„Ein Mann ohne Schurz ist nur halb angezogen“, besagt ein Südtiroler Sprichwort. Und tatsächlich: Wer mit offenen Augen durch Südtirol geht, dem fällt bald auf, dass die Bauern und Handwerker hier an Werktagen größtenteils eine blaue Schürze tragen. Sie ist fixer Bestandteil der Arbeitskleidung und prägt das Bild Südtirols wie kein zweites Kleidungsstück. Daneben erfüllt der blaue Schurz noch andere praktische Aufgaben: als Sack, als Schweiß- oder Handtuch und nicht zuletzt zum Verstauen von Papierkram.

Wie überall in Südtirol ist der blaue Schurz auch in Kaltern weit mehr als nur ein Stück Stoff. Für den Kalterer Weinbauern ist der „Firtig“ fast so etwas wie eine zweite Haut. Noch bis vor wenigen Jahren war die Schürze für viele Bauern sogar Teil der Sonntagskleidung, frischgebügelt über dem Anzug. Stolz standen sie so sonntags nach der Messe auf dem Kirchplatz, ehe sie auf ein Glas Wein ins Gasthaus gingen.

Auch wenn sich die Zeiten ändern, wird die Schürze weiterhin gern von Alt und Jung getragen. Der Kalterer Schurz unterscheidet sich von anderen durch sein besonderes Schurzmuster, den “Nadelstreif”, mit dem sich die “Herrgottskinder” von den anderen Südtiroler Dörfern abheben. Er steht, wie eine Art Visitenkarte ihres Trägers, für Traditionsbewusstsein und Zusammengehörigkeit.

INSIDERWISSEN: Feierabend: Sobald das Tagwerk beendet ist, wird der rechte Schurzzipfel hochgezogen und am Rücken in die Bänder eingedreht.


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